Die Tradition der Evangelischen Frauenhilfe ist geprägt durch intensives sozialdiakonisches Engagement.
„Liebestätigkeit“, diakonisches Handeln ist die Grundausrichtung, die Gründungsabsicht der Evangelischen Frauenhilfen, an vielen Orten entstanden und zum „weiblichen“ Teil weiterentwickelt aus den evangelisch-kirchlichen Hülfsvereinen.
Die Evangelische Frauenhilfe ist damit Teil einer kirchlich-sozialen Bewegung im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die entstand als Antwort auf die Herausforderungen ihrer Zeit und als Ergänzung, Gegenüber, häufig auch als Bewegung gewordene Kritik an der „Regelorganisation“ Kirche und an dem ausschließlich an Verkündigung ausgerichteten und bürgerlich orientiertem Gemeindeleben. Hinzu kamen Impulse zu diakonischem Handeln aus der Erweckungsbewegung und der Einfluss englischer Sozialreformer.
Barmherzigkeit und Diakonie in der Frauenhilfe. Es geht wohl aus der Tradition, dem theologischen Grundverständnis und den zahllosen Erfahrungen von Frauenhilfe-Frauen und Frauenhilfe-Schwestern um unsere „Lesart der Welt“ (Fulbert Steffensky), um die Art und Weise, wie wir uns im Geflecht derer verorten, die als Frauen-Hilfe Teil einer Bewegung für Gerechtigkeit und Frieden und sorgsamen Umgang mit allen Ressourcen sind.
Es geht darum, die unmittelbare Hilfe, die Hilfe für die Nächsten, das individuell empfundene herzliche Erbarmen zu verknüpfen mit professionellen Hilfe- und Pflegeangeboten. Wir können die Trägerschaft von Einrichtungen der Behinderten- und Altenhilfe, ebenso wie von Einrichtungen der Anti-Gewalt-Arbeit nur exemplarisch wahrnehmen. Diese exemplarische Wahrnehmung verpflichtet uns aber, die Erfahrungen in unseren Einrichtungen als „Lesarten“ gesellschaftlicher und individueller Wirklichkeit aufzunehmen, ernst zu nehmen und in Formen der politischen und ökumenischen Diakonie zu übersetzen.
Dazu bietet das System unseres Verbandes hervorragende Voraussetzungen.
Die Ressourcen, die wir bei haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben, sollten wir nutzen, um noch intensiver miteinander zu kommunizieren, die Arbeitsfelder noch besser zu vernetzen und unsere anwaltschaftliche Stärke noch deutlicher für andere einzusetzen.
Probleme unserer Zeit, wie Arbeitslosigkeit, Armut, Gewalt, psychische, physische und soziale Belastungen, bestärken uns, Angebote zur Hilfe für SIE zu machen und solidarisch zu handeln. Informieren Sie sich anhand nebenstehender Rubriken über unsere Arbeitsfelder.
Wir stellen uns den Herausforderungen unserer Zeit...