Dem Ehrenamt ein Gesicht geben…
Vom Ehrenamt ist viel die Rede… Die besondere Leistung von Ehrenamtlichen, um öffentlich gewürdigt zu werden, ist oftmals ein „Spitzenehrenamt“. In der Frauenhilfe geht es vielfach um ein konstantes und oftmals zu selbstverständliches ehrenamtliches Engagement, dem nicht viel öffentliche Beachtung geschenkt wird, weil es unspektakulär erscheint und „weil es läuft“.
Den vielen Namenlosen in der Frauenhilfe ein Gesicht zu geben, nicht wegen ihres einzigartigen Engagements sondern stellvertretend für viele, ist das Ziel bei „Dem Ehrenamt ein Gesicht geben“.
Es ist wichtig, wahrzunehmen, wo heute Frauen der Frauenhilfe Krankenbesuche machen, sie sich an örtlichen Tafeln beteiligen, wo sie eine Hausaufgabenbetreuung für ausländische Kinder übernehmen, 14tägig eine Gruppenstunde organisieren, den Fahrdienst für die Nachbarin übernehmen und und und. Die Hilfe dieser Frauen für andere gilt es zu erkennen, zu benennen und sichtbar zu machen - jenes Ehrenamt, das nicht spektakulär mit neuem Briefbogen oder Pressetermin daher kommt.
„Wußten Sie, dass wir so viele sind?“ -
„Dem Ehrenamt ein Gesicht geben“ sind Beispiele für Frauen, die sich auch in Ihrer Nähe befinden…

Eva Damwitz (76 Jahre) ist Ehrenamtliche im Alten- und Pflegeheim, Lina-Oberbäumer-Haus, in Soest.
Als 1999 Frau K. ins Lina-Oberbäumer-Haus einzog, kam sie häufiger zu Besuch: sie kannten sich, hatten gemeinsame schwere Zeiten erlebt. So war es für sie selbstverständlich, dass sie den Kontakt auch aufrecht hielt, als Frau K. ins Altenheim zog.
Um Frau K. zur Teilnahme an den Angeboten des Hauses zu bewegen und ihr so das Einleben zu erleichtern, nahm sie mit teil, u.a. am Gedächtnistraining. Und wenn Frau K. mal nicht teilnehmen wollte, kam Frau Damwitz allein zu den Gruppenstunden und kümmerte sich um andere Bewohnerinnen.
So wuchs sie nach und nach in die Betreuungsrolle hinein. Als Frau K. starb, schloss sich die rüstige Rentnerin dem Besuchsdienst des Altenheimes der Frauenhilfe an. „Ich habe viel profitiert für meinen Alltag… Jetzt bin ich in der Lage, auf jeden zuzugehen“, fasst sie die ehrenamtliche Zeit im Hause für sich zusammen. Schließlich ließ sie sich auch als Heimfürsprecherin (2003 - 2007) wählen. „Ich habe im Umgang mit den Bewohnerinnen gelernt zu sprechen, bin nach und nach selbstbewusster geworden“, gibt sie zu. Und: „Ich habe meinen Lebenssinn gefunden.“
Die Arbeit helfe ihr über ihre eigenen Tiefpunkte hinweg und mache ihr Freude. „Ich bringe nicht nur was, ich nehme auch was mit“, ist sie überzeugt. Sich um die Sorgen und Nöte anderer zu kümmern, liege ihr, v.a. auch, nicht nur eine, sondern mehrere zu besuchen, führe zu vielen Kontakten. „Es tut so gut, zu sehen, wenn die Frauen sich freuen, wieder Lebensmut schöpfen - und ich habe Anteil daran!“ stellt sie fest. „Wenn ich mal nicht so gut drauf bin und ins Haus komme, gehe ich immer fröhlich wieder weg.“
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