Die Frauenberatungsstelle für Opfer von Menschenhandel (NADESCHDA) hat ihren Sitz in Herford und wurde 1997 gegründet. Sie ist für den Raum Ostwestfalen zuständig.

Ihr Name „Nadeschda“ kommt aus dem Russischen und heißt „Hoffnung“. Die besonderen Lebenssituationen von Menschenhandel betroffener Frauen machen eine umfassende Sozialberatung und individuelle Betreuungsangebote notwendig, um Notsituationen zu bewältigen und langfristig die Situation der von Frauenhandel Betroffenen zu verbessern.

Dazu gehört u.a.:

  • Sichere dezentrale Unterbringung: In einem sicheren Umfeld kann eine betroffene Frau Vertrauen aufbauen, Abstand zur erlebten Gewalt finden und so evtl. bereit sein, gegen Menschenhändler auszusagen und der Belastung eines Prozesses standzuhalten.
    Die Beratungsstelle hat daher ein umfangreiches Unterbringungsnetz aufgebaut, um die psychische und physische Genesung der Opfer zu gewährleisten. Dies ist eine wichtige Maßnahme des Opferschutzes.
  • Versorgung mit Lebensmitteln, Bekleidung und Hygieneartikeln: Dank vieler Spenden ist es der Beratungsstelle auch möglich Kindersachen, Kinderwagen und Babyzubehör bereit zu stellen.
  • Psychische Betreuung im Rahmen des Opferschutzes: Die Beratungsstelle vermittelt diese, um die Auswirkungen von körperlicher Gewalt, Bedrohung und Einschüchterung zu lindern.
  • Soziale und medizinische Betreuung: Viele Frauen und Mädchen sind in einem schlechten gesundheitlichen Zustand (Unterleibserkrankungen, Pilzinfektionen, HIV-Infektion).
    Zudem sind häufig ungewollte Schwangerschaften durch Zwangsprostitution und Vergewaltigung zu verzeichnen. Die Beratungsstelle hilft in allen Fällen konkret und unbürokratisch.
  • Hilfen zum Lebensunterhalt: Die Beratungsstelle hilft im Umgang mit Ämtern und Behörden, um z.B. Aufenthaltsstatus und Leistungsansprüche der Betroffenen zu klären.
  • Begleitung der Opfer bei Strafprozessen: Die Beratungsstelle begleitet Opferzeuginnen in Menschenhandelsverfahren vor Gericht. Sie sind in diesen Situationen einer besonderen Belastung und Druck ausgesetzt.
    Zudem erschweren Prozessstrategien, Einschüchterungsversuche und mangelnde Sensibilität / Fürsorge im Umgang mit Opferzeuginnen den Auftritt vor Gericht.
    Eine ehrenamtlich tätige Prozessbegleitgruppe unterstützt diese Aufgabe.
    Die Beratungsstelle setzt sich für das Wohl, die Würde und den Schutz der Opferzeuginnen ein.
  • Wiedereingliederung und Prävention: Die Beratungsstelle hilft bei der Beantragung von gültigen Ausweisdokumenten, die den Betroffenen in der Regel fehlen. Ebenso wird die von den meisten Frauen gewünschte schnellstmögliche Ausreise begleitet. Um eine sichere Rückkehr der Frauen in ihre Heimatländer zu gewährleisten, werden dort Kontakte zu Frauenprojekten oder Kirchengruppen aufgenommen.
    Um die Präventionsarbeit in den Herkunftsländern zu unterstützen, beteiligt sich die Beratungsstelle an internationalen Netzwerken. Dazu gehören Kooperationen in Polen, Tschechien, Litauen, Weißrussland und der Ukraine und anderen Ländern in Osteuropa.
  • Politische und Lobbyarbeit: Die Beratungstelle setzt sich für eine Verbesserung der rechtlichen Situation von Opfern von Menschenhandel - z.B. für ein Bleiberecht der Opferzeuginnen - ein. Sie ist daher Mitglied in regionalen und bundesweiten Bündnissen und beteiligt sich an Kampagnen.

Sollten Sie weitere Informationen benötigen, so nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Nadeschda
Frauenberatungsstelle für Opfer von Menschenhandel
Bielefelder Straße 25
32051 Herford
Tel.: 05221 840200
Fax: 05221 840201
e-Mail: info@nadeschda-owl.de