„Es ist Halbzeit – die nächsten 111 Jahre brauchen wir sie auch.“ - Jubiläums-Empfang der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V.

Oktober 2017

Jubiläums-Empfang der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. (Oktober 2017)

Dank- und Glückwünsche an Inge Schnittker (rechts) und Pfarrerin Angelika Weigt-Blätgen (3.v.r.) überbrachten Christiane Mackensen, Monika von Palubicki, Pfarrerin i.R. Susanne Kahl-Passoth, Henning Flad und Irmgard Soldat (v.l.n.r.).


„111 Jahre machen uns stark zu beten, zu handeln, Glaube und Hoffnung zu verbinden“ und die große Verheißung vor Augen zu haben: ‚Ihr werdet die Himmel offen stehen sehen‘. So beendete Pfarrerin Angelika Weigt-Blätgen, Geschäftsführerin des Verbandes, ihre Predigt im Festgottesdienst. Mit einem Empfang am Standort Soest mit 100 Menschen beendete die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. am 5. Oktober 2017 in der Tagungsstätte Soest ihre Feierlichkeiten rund um das 111jährige Bestehen.

Menschen, die dem Verband, der Geschäftsstelle und den Frauenhilfe-Einrichtungen besonders verbunden sind, waren zu Festgottesdienst und Grußworten eingeladen. Mit dem Jubiläums-Motto „Endlich frei. Reformation 500plus. Frauenhilfe 111plus“ wurden die vielen Gemeinsamkeiten des Frauenhilfe- und des Reformations-Jubiläums hervorgehoben.

Im Mai fanden unter anderem die „Oasentage für Ehrenamtliche des Verbandes“ statt. Insgesamt fast 800 Ehrenamtliche in den Gemeindegruppen der Evangelischen Frauenhilfen waren an vier Tagen zu Gast auf dem Gelände des Verbandes. Musikalisch gerahmt wurde der Empfang von Charlotte Voigt, Cellistin, und Miroslaw Tybora, Akkordeonist.

„Sich bewegen lassen von der Lebenswirklichkeit der Frauen, der Menschen; beweglich bleiben in der Entwicklung von Projekten und Arbeitsfeldern; die eigene Organisation lebensfähig und flexibel halten; sich mit dem Wind Gottes bewegen und immer wieder Frauen in diese Bewegung hinein zunehmen“, sei der Grund, „selbstbewusst und offen, bestimmt und entschlossen, begeistert und bewegt weiterzuarbeiten.“

Mit diesen Worten fasste die Geschäftsführerin die 111jährige Entwicklung des Verbandes zusammen. Sie verlas die schriftlichen Glückwünsche von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Gleichstellungsministerin des Landes NRW, Ina Scharrenbach. Inge Schnittker blickte auf die Geschichte seit 1906 zurück und stellte fest, dass der Verband bis heute sein Profil gewahrt und geschärft habe. „Die Herausforderungen an unseren Verband sind groß, es bleibt eine Balance zwischen Tradition und Wandel,“ fügte die Vorsitzende des Verbandes hinzu.

„111 Jahre haben uns in verschiedenen technischen Entwicklungen sehr weit gebracht“, betonte Pfarrerin i.R. Susanne Kahl-Passoth, „aber für die volle Gleichberechtigung für Frauen und Mann haben sie nicht gereicht.“ Immer dann, wenn wir meinten, wir hätten es geschafft, gehe es zwei Schritte zurück, betonte die Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Deutschland. Aus der Vergangenheit gelte es, Kraft für die Zukunft zu schöpfen. Ermutigend rief sie den Gästen zu: „Auf in die nächste Runde!“

Für klare Worte gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus bedankte sich der  Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAGKR). Henning Flad betonte die tatkräftige Unterstützung  durch den Landesverband, der seit 2012 Mitglied der BAGKR ist. Herzliche ökumenische Grüße überbrachte Monika von Palubicki. Die stellvertretende Bundesvorsitzende der kfd betonte, dass einiges erreicht worden wäre auf dem gemeinsamen Weg hin zur Fülle des Lebens für alle Menschen. „Vieles liegt noch vor uns auf dem gemeinsamen Weg, bis auch das Trennende überwunden ist.“

Irmgard Soldat machte in ihrem Grußwort deutlich, wie hoch die Wandlungsfähigkeit des Verbandes, Angebote den Zeichen der Zeit anzupassen, anzuerkennen sei. Die Stellvertretende Landrätin des Kreises Soest entwickelte, wie hoch das Engagement Ehrenamtlicher durch die Frauenhilfe gerade und vor allem in sozialen Bereichen eine wichtige Stütze nicht nur, aber auch im Kreis Soest sei.  „Ihre Arbeit ist für unsere Region ein großer Gewinn, den niemand missen möchte.“ Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Soest, Christiane Mackensen, stellte fest: „Es ist Halbzeit – die nächsten 111 Jahre brauchen wir sie auch.“

 

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