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Heute hieß es Abschied zu nehmen von Muscat. Schon um 8:00 Uhr wurden wir am Hotel abgeholt. Schnell hatte sich die Gruppe auf die vier Geländewagen aufgeteilt, die in deutschen Vorstädten deutlich überdimensioniert sind, hier aber wirklich Sinn machen. Für die nächsten vier Tage werden sie uns durch das Land fahren. Zunächst fuhren wir über gut ausgebaute Schnellstraßen in die Oasenstadt Nizwa, früher das religiöse und politische Zentrum des Oman. Wir besuchten den Souk, probierten Datteln (hier gibt es so viele Dattelsorten wie bei uns Kartoffelsorten) und kauften Gewürze oder Silberschmuck... Anschließend besichtigten wir die Festung, die in den letzten Jahren aufwändig restauriert worden ist. Danach gingen wir "on the road again"; die Fahrt führte uns ins Gebirge Richtung Jebel Shams, dem mit ca. 3.000 Metern höchsten Berg des Oman. Bevor die Straße wirklich steil und kurvig wurde, machten wir noch eine Mittagspause in einem Restaurant, das omanische Gerichte servierte. Hier standen auch Zicklein und Kamel auf der Speisekarte und landete auf unseren Tellern. Gestärkt waren wir bereit für eine Fahrt bis auf ca. 2.500 Meter Höhe, von wo aus wir einen Blick auf den Jebel Schams und das Wadi Nakhar hatten; nach dem Grand Canyon in den USA die zweitgrößte Schlucht der Welt. Einfach atemberaubend!

Auf dem gleichen Weg ging es wieder hinab nach Nizwa in unser Hotel für diese Nacht. Vor dem Abendessen trafen wir dort noch eine junge Frau, die an der Universität Nizwa Wirtschafts-Deutsch studiert. Ruweida erzählte uns von ihrem Leben, vom Bildungssystem im Oman und von ihren Hoffnungen für die Zukunft. Sie ist eine zielstrebige Vertreterin der jungen Generation, die den Oman wirtschaftlich und gesellschaftlich fit machen möchte für die Zeit nach dem Erdöl. Angefüllt mit den Eindrücken des Tages ließen wir uns das Abendessen unter freiem Himmel schmecken.

Morgen geht es in die Wüste. Wenn es dort keine Internet-Verbindung gibt, folgt der nächste Eintrag übermorgen.

 

Wie duftet/riecht der Oman? Am Ende dieses Tages hatten die Reiseteilnehmerinnen eine Antwort. Doch zunächst: Nach einer geruhsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück brachen wir um 8.30 Uhr auf, um zunächst die Rückseite des Sultanspalastes in Augenschein zu nehmen (spektakulärer als es sich jetzt liest). Der nächste Stopp war das Museum Beit alZubair. Kleidung, Schmuck und weitere Exponate aus dem Alltag von Frauen und Männern im Oman gab es zu bewundern, ein Haus aus Dattelpalmenblättern und eine Dhau. Ein Blick in das Museumscafé war überaus lohnenswert, denn dies befand sich in einem traditionellen omanischen Stadthaus aus alter Zeit.

Nach einer kurzen Stunde Busfahrt gelangten wir zum Fischmarkt der kleinen Stadt Barka. In einer offenen Halle  Meeresnähe gab es eine Fischauktion zu erleben. Wie schade, dass dieses Reisetagebuch keinen angemessenen Dufteindruck bieten kann. Die Fische waren alle fangfrisch – doch die Breite des Angebots war überwältigend, auch olfaktorisch.

Die Festung Nakhl hingegen bestach durch ihre Lage inmitten von Dattelhainen und auch durch Massivität und Wehrhaftigkeit. Nicht weit davon erreichten wir einen kleinen Ort mit warmen Quellen. Diese werden von Fischchen bewohnt, die sich von Touristen ernähren, zumindest von den Hautschüppchen an deren Füßen. Einige mutige Reiseteilnehmerinnen hielten also brav die Füße ins Wasser. Die Fische fanden das zum Anknabbern!

Die Mittagspause führte uns in ein kleines Restaurant, in dem uns frische Fisch-/Fleisch- oder Gemüsegerichte nach Wahl und frisch gepresste Säfte serviert wurden.

Frisch gestärkt ging es dann zurück in Richtung Muscat. Allerdings nicht ohne weitere Antwort auf die Frage nach dem Geruch des Oman zu erhalten. Wir besichtigten die Produktionsstätte der Luxus-Parfum-Marke Amouage. Hier wird aus rein natürlichen Inhaltsstoffen, den Gewürzen des Orients, Parfum hergestellt. Wohlgerüche aus mehr als 1001 Nacht. Einiges davon wird den Weg in die Heimat der reisenden Frauen finden.

Mit der untergehenden Sonne erreichten wir unser Hotel in Muscat für eine letzte Nacht. Morgen steigen wir um in Geländewagen und setzen die Reise in der Gebirgsregion und der Wüste fort. Riecht das etwa nach Abenteuer?

...und es kommt uns vor, als wären wir schon drei Tage hier. Das Programm war aber auch angefüllt mit Sehenswürdigkeiten und Begegnungen: Nach dem reichhahltigen Frühstück im Hotel fuhren wir zur Großen Moschee, die viele Superlative vereint und die wir - nach einer umfangreichen Besichtigung der Gärten, der Frauenmoschee und der Männermoschee - um etliche Fotos reicher wieder verließen. Nur eine halbe Stunde Zeit sollte uns für die Besichtigung des Muttrah Souq bleiben. Viel zu kurz befand offensichtlich auch unser Busfahrer - während der Wartezeit trugen unsere Gruppenmitglieder zur Steigerung des Umsatzes in einigen umliegenden Geschäften bei... Unser nächster Besuch galt dem National Hospitality Institute, in dem junge Omanis zu Tourismusfachleuten ausgebildet werden. Auch wir durften uns zunächst in der Lehrküche bei der Umsetzung von zwei Dessert-Rezepten versuchen, bevor wir im Restaurant von angehenden Kellnerinnen und Kellnern mit einem üppigen Mittagessen verwöhnt wurden. Beim anschließenden Treffen mit dem Sidab Frauen-Verein lernten wir ein Projekt kennen, das Frauen aus dem Fischerdorf durch Handarbeiten ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften. So manche Stofftasche fand eine neue Besitzerin... Mit leichter Verspätung erreichten wir am späten Nachmittag das Alamana Center, einer Gründung der Reformierten Kirche in den USA, die - aus der Missionsarbeit des 19. Jahrhunderts erwachsen - heute den interkulturellen und interreligiösen Austausch zwischen dem Oman und Europa und den USA fördert. Ein sehr anregendes und informatives Gespräch rundete den ersten Tag im Land ab. Wie gesagt: Es kommt uns vor, als wären wir schon drei Tage hier.

Hier ist es nun 23:00 Uhr und das Abendessen unter freiem Himmel bei ca. 25 Grad ist vorbei. Doch von Anfang an: Gegen 8:00 Uhr deutscher Zeit trafen sich 15 reiselustige Frauen am Frankfurter Flughafen. Alles lief gut und nach einem Flug fast ohne Turbulenzen landeten wir um 19:15 Ortszeit auf dem internationalen Flughafen im Oman. Anders als andere Touristengruppen mussten wir nicht lange für das Visum anstehen, sondern konnten in einer Lounge die ganze Formalität bei Kaffee und Datteln abwarten. Unser Reiseführer Fahim erklärte uns auf dem Weg in die Stadt schon einige der Bauwerke, die wir morgen bei Tageslicht besuchen werden. Wir harren der Erlebnisse der nächsten Tage und grüßen alle Daheimgebliebenen...

Die erfahrenen Reiseleiterinnen Pfarrerin Birgit Reiche und Pfarrerin Antje Lütkemeier berichten an dieser Stelle von den Erlebnissen, Begegnungen und Begebenheiten der Gruppe.

Hinweis:
Da die Internetverbindung im Land nicht flächendeckend und störungsfrei ist, wird nicht jeder Tag zeitnah beschrieben werden können.