60 Jahre Weltgebetstag in Deutschland - ein Grund zu feiern!
So denken in diesem Jahr Frauen an vielen Orten in Deutschland und laden zu Festen ein.
50 Jahre Weltgebetstag Deutschland wurde zentral in Kassel gefeiert - 60 Jahre wird gefeiert an der Basis, wo die Ökumene des Weltgebetstags lebt.
Der Weltgebetstag beginnt in den USA und in Kanada schon im 19. Jahrhundert durch die protestantische Frauenmissionsbewegung. 1887 rief die Presbyterianerin Mary Ellen James aus Brooklyn zu einem „Gebetstag für die innere Mission“ auf.
Drei Jahre später erfolgte der Aufruf zu einem „Gebetstag für die äußere Mission“ von Lucy Peabody und Helen Barrett Montegomery. 1927 wurden beide Gebetstage zusammengelegt und von nun am 1. Freitag in der Passionszeit gefeiert.
Helga Hiller, evangelisch-lutherische Pfarrerin aus Baden-Württemberg, die über 30 Jahre hinweg den deutschen Weltgebetstag prägte und lange Verbindungsfrau zum internationalen Weltgebetstagskomitee war, hat herausgefunden, dass sich methodistische Frauen in Deutschland schon 1927 am ersten internationalen Weltgebetstag beteiligt haben. Es ist Luise Scholz, der Vorsitzenden des Methodistischen Frauendienstes in Deutschland zu verdanken, dass 1947 in Berlin US-amerikanische und deutsche Frauen gemeinsam Weltgebetstag feierten.
Damit ist nicht Stein, sondern Berlin der Entstehungsort der deutschen Weltgebetstagsbewegung.
Vgl. Hiller, Helga, Ökumene der Frauen. Anfänge und frühe Geschichte der Weltgebetstagsbewegung in den USA, weltweit und in Deutschland. Mit vielen Quellentexten. Deutsches Weltgebetstagskomitee (Hrsg.), Stein 1999.
Dr. Antonie Nopitsch vom Bayerischen Mütterdienst konnte im Jahr 1948 in Milwaukee in den USA auf einer Frauenkonferenz einen Vortrag zur Situation der Frauen in Deutschland halten.
Sie sagt: „Geld und Gut habe ich nicht mitgebracht, aber etwas anderes, das auf die Dauer unvergänglicher ist: Im nächsten Frühjahr sind die deutschen Frauen zum ersten Mal hinein genommen in den Weltgebetstag der Frauen. Am ersten Freitag in der Passionszeit 1949 beten die Frauen in 135 Ländern der Erde und wir beten nun mit. Es ist fast so, dass man mitten in der Nacht davon wach wird, dass die Frauen im fernen Osten schon beten.“
Guttenberg, Adelheid von, 50 Jahre Weltgebetstag im Bayerischen Mütterdienst. Vortrag beim Jubiläums-Empfang Bayerischer Mütterdienst Stein 28. 2. 1999. 9 S., hier S. 4
Für den 4. März 1949 wurden schon 10.000 Ordnungen in Stein gedruckt.
Heute sind es eine Million. Bei der Gründung des Internationalen Weltgebetstagskomitees in Stockholm 1968 waren Dr. Antonie Nopitsch und Lieselotte Nold anwesend. Es wurde der Weltgebetstag auf den ersten Freitag im März festgelegt. Gudrun Diestel wurde zur Vorsitzenden des Exekutivausschusses gewählt und 1970 als Vorsitzende des Internationalen Komitees bestätigt.
In Deutschland hatte sich schon 1966 eine Arbeitsgruppe ökumenischer Frauenverbände für den Weltgebetstag gebildet. September 1969 wurde Adelheid von Guttenberg erste Referentin des Bayerischen Mütterdienstes, heute FrauenWerk Stein, für den Weltgebetstag. 1971 gab sich das Deutsche Komitee die erste Satzung.
Seit damals gehören die römisch-katholischen Frauen auch offiziell dazu. Mitgearbeitet haben sie schon seit 1968.
1970 wurde Marion Lampe erste „hauptamtliche“ Übersetzerin der Weltgebetstagsordnung.
Diese Gottesdienstordnung erhält das Deutsche WGT-Komitee - wie alle nationalen Komitees - von der Internationalen WGT-Geschäftsstelle in New York in Englisch, Französisch und Spanisch. 1970 gab es auch schon eine Werkstattarbeit. Außer der Stelle von Adelheid von Guttenberg, richtete der Bayerische Mütterdienst, heute FrauenWerk Stein, eine weitere (halbe)
Stelle für ökumenische Frauenarbeit in Stein ein. Besetzt wurde sie 1986 mit Andrea Felsenstein-Roßberg.
Die Geschäftsstelle hat sich im Laufe der Zeit weiter personell verstärkt im Bereich der Projektarbeit und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Zum Deutschen Weltgebetstagskomitee gehören heute: neun Frauen aus der evangelischen Frauenarbeit in Deutschland, sieben Frauen aus der römisch-katholischen Kirche, aus der Frauenseelsorge, der kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschland), aus dem KDFB (Katholischer Deutscher Frauenbund) und der Gemeinschaft Katholischer Gemeindereferentinnen, je eine Frau kommt aus der Heilsarmee, von der Herrnhuter Brüdergemeine, dem BAF, (Bund Altkatholischer Frauen), dem Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden (Baptistinnen), dem Frauenwerk der evangelisch-methodistischen Kirche, der Frauenarbeit der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden und der Konferenz orthodoxer Kirchen in Deutschland.
1947 Amerikanische Frauen laden deutsche Frauen in Berlin zu einem WGT-Gottesdienst ein
1948 Dr. Antonie Nopitsch vom Bayrischen Mütterdienst lernt den WGT in den USA kennen
1949 Erste Verbreitung der Liturgie in 50.000 Exemplaren durch den Bayrischen Mütterdienst mit der Evangelischen Frauenarbeit in West- und Ostdeutschland
1966 Bildung einer ökumenischen Arbeitsgruppe christlicher Frauenverbände für den Weltgebetstag
1969 Mitarbeit röm.-katholischer Frauenverbände
1971 Gründung des Deutschen Komitees in der Bundesrepublik, enge Zusammenarbeit mit Frauen in der DDR, der Schweiz und in Österreich
1975 Gründung des Weltgebetstagskomitees in der DDR
1978 In Westdeutschland erstmals 1 Million Gottesdienstordnungen
1982 Internationale Weltgebetstagskonferenz in Tutzing
1987 100 Jahre Weltgebetstag der Frauen
1988 Europäische Weltgebetstagskonferenz in Hirschluch/DDR
1990 Verstärkte gemeinsame Arbeit des Komitees in Ost- und Westdeutschland
1994 Konstituierung des vereinigten Deutschen Weltgebetstages
2002 Gründung des Vereins „Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V.“