Mitgliederversammlung beschließt Frauenhilfe-Aktion „Tausende Boote falten - in Gedenken an die Toten im Mittelmeer“

(Oktober 2020)

Mitgliederversammlung beschließt Frauenhilfe-Aktion<br />„Tausende Boote falten - in Gedenken an die Toten im Mittelmeer“ (Oktober 2020)

Mitgliederversammlung beschließt Frauenhilfe-Aktion<br />„Tausende Boote falten - in Gedenken an die Toten im Mittelmeer“ (Oktober 2020)

„Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“ Mit diesem Satz sprach die hannoversche Pastorin Sandra Bils auf dem Kirchentag in Dortmund im Juni 2019 das an, was viele Menschen in Deutschland denken. Jedes Menschenleben ist wichtig und muss gerettet werden. Solange tagtäglich Menschen im Mittelmeer sterben, müssen Zivilgesellschaft und Kirchen das Versagen der europäischen Staaten anklagen und so viele Geflüchtete wie möglich aus dem Mittelmeer retten.

„Nur wenn es mehr Rettungsschiffe gibt, die Menschen aus Seenot retten, können wir das Sterben im Mittelmeer beenden.“ So verdeutlichte Angelika Waldheuer, Verbandsvorsitzende, die Notwendigkeit einer Aktion der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen. In der Mitgliederversammlung des Vereins am 9. Oktober 2020 in Soest nahmen knapp 40 Frauen aus Südwestfalen, Ostwestfalen, aus dem Ruhrgebiet und Münsterland ihr Mandat wahr, weitere 10 Menschen nahmen an ihr teil. Mit einem Gottesdienst unter dem Titel „Schaffe mir Recht!“ wurde die Versammlung in der Tagungsstätte Soest eröffnet. Für das Bündnis United4Rescue und das Rettungsschiff „Sea-Watch 4“ wurde kollektiert. Im Nachfeld dazu wurde die Frauenhilfe-Aktion „Tausende Boote falten - in Gedenken an die Toten im Mittelmeer“ vorgestellt.

Im Gedenken an die Verstorbenen und aus Solidarität mit den Seenotrettenden ruft die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen ihre Mitglieder auf, aus Zeitungspapier Boote zu falten. Die Boote stehen für die Menschen, die im vergangenen Jahr im Mittelmeer ihr Leben verloren haben und die durch ein Schiff hätten gerettet werden können. 1.319 Schiffchen sollten es mindestens je Ort werden, denn so viele Menschen fanden nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe im Jahr 2019 den Tod beim Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu flüchten. Der Tag der Menschenrechte wird am 10. Dezember gefeiert und ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde.
An diesem Tag, am Donnerstag, 10.12.2020, sollen die Papier-Boote auf öffentlichen Plätzen zu sehen sein, den Toten gedacht und auf den Skandal um die zivile Seenotrettung und die Situation im Mittelmeer hingewiesen werden. Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen lädt ausdrücklich alle Evangelischen Frauenhilfen, Gruppen und Interessierte in Westfalen ein, sich an der Aktion zu beteiligen.

Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. ist dem Bündnis United4Rescue bereits im Dezember 2019 als „Bekenntnis zur Mitmenschlichkeit“ beigetreten. Die Begründung lautet: „Wir unterstützen united4rescue, weil Hilfe und Rettung zu unserem Selbstverständnis gehören. Wir wollen dieses Bündnis mit unserem Gebet, unseren Kollekten und unserem Netzwerk unterstützen.“ United4rescue wurde im Dezember 2019 gegründet und versammelt rund 600 Institutionen, Vereine, Unternehmen und Initiativen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Anfang 2020 hat das Bündnis ein Schiff erworben und der Organisation Sea-Watch zur Verfügung gestellt, um die zivile Seenotrettung im Mittelmeer zu stärken. Seit August war das Schiff auf seiner Mission unterwegs. Ende August hat die „Sea-Watch 4“, mehrere hundert Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Am 20. September wurde es von italienischen Behörden festgesetzt. Allein in der Woche vom 21. bis 27. September sind laut der Notruf-Organisation „Watch The Med - Alarmphone“ etwa 200 Menschen im Mittelmeer ertrunken.

Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen fordert ein Ende der Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung und europäische Maßnahmen aus der Haltung heraus „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“

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