Keine Schuldenstundung für Simbabwe

(August 2020)

Keine Schuldenstundung für Simbabwe (August 2020)

Mehr als 100.000 Unterschriften gingen in der Geschäftsstelle des Weltgebetstags bis August 2020 ein. Das sind 100.000 Menschen, die eine Schuldenumwandlung Simbabwe begrüßen würden. "Gesundheit statt Schulden" lautet der Titel der Unterschriftenaktion, die vor einem Jahr anlässlich des Weltgebetstags aus Simbabwe startete. Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen unterstützt die Petition. Wegen der Corona-Krise kann derzeit kein Termin zur Übergabe mit der Bundesregierung vereinbart werden. Seit Mai 2020 wird wegen der weltweiten Corona-Krise durch das Virus SARS-CoV-2 den 73 ärmsten Länder der Welt ein Moratorium auf ihre Schuldendienstzahlungen angeboten. Darauf einigten sich die G20-Finanzminister am 15. April 2020.

Damit gewähren die führenden Wirtschaftsnationen armen Ländern einen Zahlungsaufschub für ihre Schulden. Das bedeutet, diese Länder müssen in diesem Jahr keine Zinsen und Rückzahlungen für ihre Kredite leisten, wenn die Verträge vor dem 24. März 2020 geschlossen wurden. Die 73 Länder sollen durch die Stundung mehr Geld in ihre Gesundheitssysteme stecken können, um der vom Coronavirus betroffenen Bevölkerung besser helfen zu können. Ursprünglich war auch Simbabwe eines dieser Länder, wurde jedoch im Nachhinein von der Liste wieder gestrichen.

Simbabwe gehört zu den Ländern mit den höchsten Schulden – weltweit. Entstanden sind die Schulden durch jahrelange Misswirtschaft, Korruption und verfehlte Reformen, die vom Internationalen Währungsfonds auferlegt wurden. Aus eigener Kraft wird das Land seinen Schuldenberg nicht abtragen können. Jeder wirtschaftliche und politische Neuanfang in Simbabwe setzt eine Streichung der dramatisch hohen Auslandsschulden voraus. Der Grund: Simbabwe hat Zahlungsrückstände bei der Weltbank.

„Die Bundesregierung könnte diese Ungerechtigkeit immer noch mit einer Schuldenumwandlung, wie wir sie mit unserer Unterschriftenaktion „Gesundheit statt Schulden“ fordern, teilweise ausgleichen“, teilt Dr. Irene Tokarski, Geschäftsführerin des Weltgebetstag Deutschland, in einer Pressemeldung mit. Der Global Fund weitet seine Aktivitäten ausdrücklich in den Bereich der allgemeinen Stärkung von Gesundheitssystemen auch mit Blick auf COVID-19 aus, wie der Weltgebetstag von erlassjahr.de erfahren hat. Bei einer Schuldenumwandlung für Simbabwe erließe Deutschland einen Teil der Schulden. Im Gegenzug würde sich Simbabwe verpflichten, das Geld in Gesundheitsprojekte zu stecken. „Für unsere Unterschriftenaktion bedeutet das, sie ist noch genauso wichtig wie vor der Corona-Krise“, sagt Tokarski. „Es wird allerdings einige Zeit dauern, bis wir das Thema wieder auf die politische Agenda bringen können.“

Auch weiterhin gilt: Jede Unterschrift zählt, denn Simbabwe wird Ende des Jahres noch ärmer sein als vorher. Schicken Sie Ihre Unterschriftenlisten bitte an: Weltgebetstag, Deutenbacher Str. 1, 90547 Stein.

Weitere Informationen:

Fragen und Antworten zur Unterschriftenaktion (PDF)

Download Unterschriftslisten

 

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