„Da ist nicht männlich und weiblich“

Evangelische Frauenhilfe in Westfalen zu Geschlechtervielfalt und Geschlechtergerechtigkeit

(Oktober 2021)

„Da ist nicht männlich und weiblich“ (Oktober 2021)

Die Vorstellung einer binären Geschlechterordnung von Frau und Mann - mit den zugehörigen Stereotypen und Rollenerwartungen - ist überholt. Geschlechtervielfalt ist in Deutschland in Kirche, Politik und Gesellschaft gelebte Realität und mittlerweile auch rechtlich verankert. Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. (EFHiW) sagt NEIN zu jeglicher Ideologie der Ungleichwertigkeit von Menschen.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Jeder Mensch ist von Gott gewollt und ins Leben gebracht. Damit verbunden ist eine besondere Würde, die jedem Menschen - nicht einem Geschlecht, einem bestimmten Volk oder Angehörigen einer bestimmten Religion - innewohnt. Ob Frau, Mann, divers oder nonbinär, ob lesbisch, schwul, bisexuell, hetero, trans, inter, queer oder Sternchen – alle sind von Gott geschaffen. Für alle gilt die Ebenbildlichkeit Gottes.

Die EFHiW verpflichtet sich zur Auseinandersetzung mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sowie zur Akzeptanz von Diversität und zu einem wertschätzenden Umgang mit Differenz in all ihren Bezügen. Sie reflektiert herrschaftskritisch diskriminierende gesellschaftliche Strukturen und setzt Maßnahmen zum Abbau von Diskriminierungen um. Sie entwickelt Arbeitsmaterialien zu Liturgie, Seelsorge und Verkündigung, die sich an Geschlechtervielfalt und Geschlechtergerechtigkeit orientieren. Sie verpflichtet sich, Haupt- und Ehrenamtliche zu sensibilisieren sowie die Zusammenarbeit mit queeren Netzwerken aufzubauen.

Die EFHiW fordert von der Evangelischen Kirche von Westfalen, ihren Ämtern und Werken sowie von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe:

Die EFHiW fordert die Evangelische Kirche von Westfalen auf, auf die Expertise der EFHiW in Geschlechtergerechtigkeit zurückzugreifen.
Von den Theologischen Fakultäten und Hochschulen in Nordrhein-Westfalen fordert die EFHiW, sich für eine intersektionale feministisch-theologische, geschlechterbewusste und männerkritische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen in Forschung und Lehre einzusetzen.

Einstimmig verabschiedet von den Teilnehmerinnen der Herbstkonferenz der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. am 27./28. Oktober 2021 in Soest

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