Artenschutz und Nachhaltigkeit

(August 2022)

Artenschutz und Nachhaltigkeit (August 2022)

Fünf Skudden, zwei Heidschnucken und zwei Ziegen übernehmen bereits seit einiger Zeit einen Teil der landschaftspflegerischen Arbeiten auf dem Gelände des Frauenheim Wengern. Sie halten Weiden frei von Brennesseln, Brombeersträuchern und Gestrüpp. Die Skudden sind eine vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse und zudem Deutschlands kleinste Schafrasse.

Die alten Haustierrassen sind viel Standort-angepasster, kommen mit Klimaveränderungen besser zurecht und sind weniger krankheitsanfällig. Landwirt Tobias Weishaupt, der gemeinsam mit seinem Kollegen Jan Stauber die Tierhaltung und -zucht verantwortet, will im Herbst einen Bock für die Skudden ausleihen, damit es im Frühjahr Lämmer gibt. Stück für Stück sollen die Flächen dann eingezäunt werden, auf denen die Schafe dann die Landschaftspflege betreiben werden. Das spare Geld und Personal und sei nachhaltig.

Ziegen auch für Therapiezwecke

„Wer einfach mal Ruhe braucht oder sich zurückziehen will, der kann sich entweder auf die Bank zu den Schafen setzen, die auf unserer Weide steht. Oder er macht einen Spaziergang mit der Ziege an der Leine“, ist er sich sicher. Daher sollen die Ziegen, die sehr zahm sind, leinenführig gemacht werden.

Zucht von Bioferkeln

Im Bioland-Betrieb werden nur noch Zuchtsauen für die Ferkelerzeugung gehalten – aktuell sind das 15 Zuchtsauen und der 300 Kilo schwere Zuchteber Manfred. Die Zucht von Bioferkeln ist ein Alleinstellungsmerkmal für das Frauenheim Wengern,  da es in der Umgebung bis hinauf ins Münsterland keine Höfe gibt, die Bioferkel züchten.
Die Sauen werden über Natursprung begattet, hier werden die Tiere nicht besamt“, erklärt Tobias Weishaupt. Die Ferkel würden mit etwa zehn bis zwölf Wochen an umliegende Biohöfe in Witten, Esborn, Velbert, Langenberg und Ennepetal verkauft. Das erspare lange Transportwege. „Das Kupieren der Ringelschwänzchen ist im Biobereich verboten, ebenso wie das Abschleifen der Eckzähne und das Kastrieren ohne Betäubung“, so Tobias Weishaupt.

Neben Schafe, Ziegen und Schweine gibt es auch die Mutterkuhherde der Rasse „Fleckvieh“: 18 Kühe mit Nachwuchs und Zuchtbulle Artur, der nach einem Mitarbeiter benannt wurde. „Ähnlich wie die Ferkel werden auch unsere Kälber mit sechs Monaten verkauft. Im Windrather Tal will einer der Biohöfe weiblichen Tiere abnehmen, auch das erspart weite Transporte“, so Tobias Weishaupt.

Artenschutz heimischer Wildtier- und Pflanzenarten

„Wir wollen eine alte Streuobstwiese wieder beleben und dort weitere alte Sorten anpflanzen. Vor allem alte Apfelsorten, die deutlich weniger Allergien auslösen“, erzählt der Landwirt weiter. Bei allen sei auch die Freude groß, dass die Steinkauz-Röhren, die vor längerer Zeit angebracht wurden, jetzt bewohnt sind. Denn Steinkäuze gibt es nicht mehr viele in der Gegend. Jüngstes Projekt ist derzeit das Anlegen von sogenannten Benjes- oder Totholzhecken, die als Rückzugsort für Vögel, Insekten, Kriechtiere und auch Käferlarven dienen sollen.

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