Frieden suchen und Hoffnung verbreiten

(Februar 2022)

Frieden suchen und Hoffnung verbreiten (Februar 2022)

Segensbändchen in Aktion: Frauen der Soester WGT-Werkstätten verbinden sich miteinander über die bunten Segensbänder mit den Frauen aus England, Wales und Nordirland. © EFHiW

Frieden suchen und Hoffnung verbreiten (Februar 2022)

© 2020 World Day of Prayer International Committee, Inc.

Ausgerechnet „Zukunftsplan: Hoffnung“ lautet das Motto des diesjährigen Weltgebetstags (WGT), der aus England, Wales und Nordirland kommt. In Zeiten einer Pandemie, die nebst Kriegen, Klimawandel und Fluchtdramen die Welt in Atem hält, befassen sich christliche Frauen von den britischen Inseln mit der Zukunft. „Wie können wir in diesen Zeiten überhaupt an so etwas Verrücktes wie „Hoffnung“ denken?“ – mag man fragen. „Wir können, und wie!“ - Claudia Montanus, WGT-Beauftragte der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, und ihr Team nicken überzeugt. „Genau um das „Wie“ geht es – und das finden wir gemeinsam heraus.“

Die drei Länder, die ein gemeinsames Komitee gegründet haben, bilden zusammen mit Schottland das Vereinigte Königreich. Sie sind Teil der Britischen Inseln im Nordwesten Europas mit ca. 700 Mio. Einwohner*innen. Schottland und Irland haben historisch bedingt eigene WGT-Komitees.
Umgeben und geformt vom Wasser, haben England, Nordirland, Wales ein feuchtes Inselklima. Berge und zerklüftete Moorlandschaften, fruchtbare Felder und Weiden, sanfte Hügel, spektakuläre Küstenlandschaften und kleine Inseln findet man dort.
Im Laufe der Jahrhunderte sind Menschen aus allen Ecken der Erde gekommen - die einen aus eigenem Antrieb, andere wegen Verfolgung im Heimatland. „Heute“, so schreiben die Frauen in ihrer Gottesdienstordnung, „haben wir in unserem Land eine multiethnische, multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft. England, Wales und Nordirland sind stolz auf diese Vielfalt. Wir sind darauf bedacht, die Unterschiede in Sprache und Kultur zu bewahren...

Stolz sind die Frauen, die die Gottesdienstordnung verfasst haben, nicht auf ihre bedeutende Rolle im Kolonialismus und im Sklavenhandel. Kritisch sehen sie den Austritt aus der EU, der für große Unsicherheit sorgt. Aufflammende Konflikte zwischen Menschen der irischen und nordirischen vormals weichen Grenze bereiten Angst vor erneuten Bürgerkriegen. Mitten im Land des Wohlstands leben 14 Mio. Menschen unterhalb der Armutsgrenze; die Zahl der in relativer Armut lebenden Kinder liegt derzeit bei ca. 36%. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer. Jeden zweiten Tag tötet ein Mann eine Frau. „Dies alles erschreckt zutiefst!“, stellt Montanus klar.
Mitten hinein leuchtet das Motto „Zukunftsplan: Hoffnung“. Diesen Plan Gottes beschreibt der Prophet Jeremia in einem Brief (Jer 29,11): „Ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe – so Gottes Spruch – Pläne des Friedens und nicht des Unglücks; ich will euch Zukunft und Hoffnung geben.“  „Es geht darum, das, was mir an Unbequemem begegnet, zunächst einmal anzunehmen. Um dann ins Handeln zu kommen: Zukunft zu bauen, die mich, Stadt und Welt und die nächsten Generationen trägt“, so fasst eine Teilnehmerin der Vorbereitungstagungen das Ergebnis der Gruppenarbeit zum Bibeltext nachdenklich zusammen.

Die drei Studierenden, die im Rahmen eines Lehrauftrags bei den WGT-Werkstätten teilnehmen, sind begeistert dabei, konzipieren Formate, den WGT zu feiern, und äußern am Schluss: „Es war echt eine helle Freude, mit Ihnen diesen Tag zu erleben!“  Auf die Frage, was ihr am besten gefiel, antwortet eine Studentin: „Die Informationen und Gestaltungsideen, das Miteinander-Lachen und – Planen, die Methodenvielfalt. Vor allem die vielen tollen Frauen. So muss einfach was draus werden!“

Jedes Jahr befasst sich der WGT mit der Lebenssituation von Frauen eines anderen Landes. Seit über 100 Jahren engagieren sich Frauen über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg für den WGT und machen sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Alleine in Deutschland besuchten in den vergangenen Jahren hunderttausende Menschen die Gottesdienste und Veranstaltungen. Die Kollekten bei den Gottesdiensten fließen in internationale Frauen-Projekte und helfen dabei direkt vor Ort.

Am 1. Freitag im März wird der Tag weltweit in über 100 Ländern gefeiert. In Deutschland werden den Ehrenamtlichen, zumeist Multiplikatorinnen, Informationen über Politik, Religion, Frauen, Kultur und die soziale Situation vor Ort, landestypische Rezepte, Musik, Literatur und Bräuche vermittelt. Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen engagiert sich seit Jahrzehnten für die ökumenische Basisbewegung und ist regionale Koordinations-, Informations- und Vorbereitungsstelle für den WGT. Die enorm hohe Kollekte im vergangenen Jahr von über 3 Mio. Euro bundesweit beflügelt die vielen ehrenamtlichen Frauen: „Jetzt erst recht! Gottes Zukunftsplan Hoffnung. Für unsere Welt. Mit uns.

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