Eröffnung des Gewaltschutz-Zentrums in Soest gefeiert

(Februar 2026)

Eröffnung des Gewaltschutz-Zentrums in Soest gefeiert (Februar 2026)

Mit herzlichen Glückwünschen würdigten zahlreiche Gäste das neue Gewaltschutzzentrum: (vorne, v.l.:) Heike Kruse, stellv. Landrätin Kreis Soest, Jutta Maybaum, stellv. Bürgermeisterin Stadt Soest, Angelika Waldheuer, Vorsitzende der EFHiW, Birgit Sippel, Mitglied des Europäischen Parlaments, Anja Butschkau, Frauenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion SPD, Kirsten Schwenke, Vorständin Diakonie RWL, (hinten, v.l.:) Norika-Andrea Creuzmann, Mitglied des Landtags NRW, Birgit Reiche, Leitende Pfarrerin der EFHiW, İlayda Bostancıeri, Frauenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Ulf Schlüter, Theologischer Vizepräsident EKvW, Christine Elhaus, Referatsleiterin in der Gleichstellungsabteilung im MKJFGFI NRW.
Foto: EFHiW

Mit rund 180 Gästen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft hat die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. (EFHiW) am 27. Februar ihr neues Gewaltschutz-Zentrum am Feldmühlenweg in Soest feierlich eröffnet. Das Zentrum vereint das FRAUENHAUS SOEST, die FRAUENBERATUNG SOEST und die Prostituierten- und Ausstiegsberatung TAMAR unter einem Dach. Ab Anfang März bedeutet das: Kurze Wege und enge Verzahnung von ambulanter Beratung und geschützter Unterbringung für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder. „Es ist ein Ort, der sagt: Hier bist du sicher, hier bist du willkommen“, sagte Birgit Reiche, Leitende Pfarrerin der EFHiW, in ihrer Andacht zur Begrüßung der Gäste.

Unter den Anwesenden waren viele, die das Projekt von Anfang an begleitet oder ermöglicht haben. Ihnen sprach Angelika Waldheuer, Vorsitzende der EFHiW, ihren aufrichtigen Dank aus: „Sie alle haben mit Überzeugung, Ausdauer und Herz dazu beigetragen, dass aus einer Vision Wirklichkeit geworden ist.“ Christine Elhaus, Referatsleiterin in der Gleichstellungsabteilung im NRW-Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration, lobte in ihrem Grußwort die wegweisende Bündelung der Hilfsangebote und sagte, dass genau dieser Zusammenhalt die Gewaltschutz-Arbeit zukunftsfest mache.

Weitere Grußworte überbrachten Birgit Sippel, Mitglied des Europäischen Parlaments, Kirsten Schwenke, Vorständin der Diakonie RWL, sowie Ulf Schlüter, Theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen. „Gewaltschutz gibt es nicht zum Null-Tarif. Wer ihn will, muss ihn auch finanziell sichern“,mahnteSchwenke die zähe Mittelvergabe an. „Nur wer seine Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“, würdigte Schlüter die Historie und den Mut zur Veränderung. Schwester Renate Schumann, Oberin der Schwesternschaft der EFHiW, erinnerte in ihrem Grußwort an den Baubeginn des Gebäudes vor genau 100 Jahren.

Auch die frauenpolitischen Sprecherinnen der Landtagsfraktionen İlayda Bostancıeri (Bündnis 90/Die Grünen) und Anja Butschkau (SPD), Heike Kruse, stellvertretende Landrätin des Kreises Soest, sowie Jutta Maybaum, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Soest, überbrachten ihre Glückwünsche: „Die Frauenhilfe sieht hin, sie handelt und sie übernimmt Verantwortung", sagte Maybaum. Butschkau freute sich über die Entscheidung der EFHiW, die Adresse des erweiterten Frauenhauses nicht länger geheim zu halten: „Genau diese Sichtbarkeit brauchen wir beim Schutz Betroffener besonders!

In einem Kurzimpuls stellten Anne Heckel, Leitung der Anti-Gewalt-Arbeit der EFHiW, Lena Sauerland, stellvertretende Leitung der Anti-Gewalt-Arbeit der EFHiW, und Maike Schöne, Leiterin des FRAUENHAUS SOEST, das neue Konzept der Arbeit im Gewaltschutz-Zentrum vor. Sauerland machte deutlich, was das Zentrum von bisherigen Angeboten unterscheidet: „Wir haben schon immer eng zusammengearbeitet. Aber das neue Gewaltschutz-Zentrum gibt uns die Möglichkeit, das zu intensivieren.“

Im Anschluss an einen Imbiss hatten die Gäste die Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten bei einem Rundgang kennenzulernen – die Beratungsetage ebenso wie einige Apartments des Frauenhauses. Die letzte Gelegenheit für solch einen Einblick: In den nächsten Tagen werden die ersten Bewohnerinnen einziehen. Das FRAUENHAUS SOEST erweitert mit dem Umzug seine Kapazitäten von acht auf sechzehn Plätze für Frauen und ihre Kinder. Das ist ein großer Schritt zur Erfüllung der Vorgaben der Istanbul-Konvention, die für den Kreis Soest mit rund 300.000 Einwohner*innen einen Bedarf von 30 Schutzplätzen vorsieht. Das neue Zentrum stellt also keinen Abschluss dar: Es ist nur eine weitere Etappe.

 

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