Haus Wegwende-Projekt nimmt wieder Fahrt auf

(März 2026)

Haus Wegwende-Projekt nimmt wieder Fahrt auf (März 2026)

Mit neuer Zuversicht nimmt das Bauprojekt für den Ersatzneubau von Haus Wegwende in Werdohl wieder Fahrt auf. Nach Jahren voller Verzögerungen und wechselnder Rahmenbedingungen zeichnet sich nun eine tragfähige Perspektive ab. Pfarrerin Birgit Reiche, Geschäftsführerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen (EFHiW), betont: „Die positive Entwicklung der vergangenen Monate zeigt, dass sich Beharrlichkeit auszahlt und wir unserem Ziel wieder deutlich nähergekommen sind.“

Seit dem Abriss der ehemaligen Jahn-Turnhalle im Herbst 2020 ruhte das Vorhaben. Pandemie, Inflation und steigende Baukosten machten die ursprünglichen Planungen unmöglich. Bereits Ende 2021 mussten die Finanzierungsverhandlungen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe neu aufgerollt werden. Trotz erster positiver Signale blieb lange offen, wann ein Baubeginn realistisch sein könnte.

Im Januar 2024 folgte ein weiterer Einschnitt: Die Stiftung Wohlfahrtspflege förderte Ersatzneubauten nur noch im Umfang der bisherigen Stammhausplätze. Damit entfiel die Option, auch die Außenwohngruppen einzubeziehen. Ein neues Konzept mit zwei Etagen für 18 Plätze und einer dritten Ebene mit Apartments entstand, wurde jedoch durch neue Baurichtlinien des LWL wieder verworfen. Erst die erneuerte Bedarfsbestätigung für das Modell 24+2 im August 2024 und die Rückkehr der Stiftung Wohlfahrtspflege in die Förderung brachten Stabilität in die Planung.

Im September 2025 eröffnete sich schließlich ein neuer Weg: Über eine Vermittlung entstand der Kontakt zu einer Finanzierungsgesellschaft, die gemeinsam mit der EFHiW eine GmbH & Co. KG gründen soll. Diese Konstruktion ermöglicht eine alternative Finanzierung, bei der das Eigentum nach Ablauf der Finanzierung vollständig an die EFHiW zurückfällt. Gleichzeitig soll die Gesellschaft die Baudurchführung übernehmen, um Kosten zu reduzieren. Die bestehende Ausführungsplanung bleibt erhalten.

Die besondere Wohnform im Haus Wegwende richtet sich an erwachsene Menschen mit einer psychischen Behinderung, die auf verlässliche Unterstützung im Alltag angewiesen sind. Sie bietet fachliche Assistenz rund um die Uhr und verbindet individuellen Wohnraum mit einem Umfeld, das Sicherheit, Orientierung und Teilhabe ermöglicht. Zum Angebot gehören die Förderung persönlicher Ziele und Ressourcen, tagesstrukturierende Impulse, kontinuierliche Ansprechbarkeit, hauswirtschaftliche Unterstützung sowie vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und zur Einbindung in den Sozialraum.

Für den Neubau sind 24+2 Plätze in der besonderen Wohnform sowie 24 Plätze in der Tagesstruktur vorgesehen. Jörn Hackbusch, Leiter des Hauses Wegwende, beschreibt die Bedeutung des Projekts so: „Unsere Bewohnerinnen und Bewohner brauchen einen Ort, der Sicherheit, Teilhabe und Entwicklung ermöglicht. Der Neubau ist dafür ein entscheidender Schritt.“

Pfarrerin Reiche fasst die aktuelle Lage hoffnungsvoll zusammen: „Nach vielen Wendungen sind wir nun auf einem Weg, der realistisch und tragfähig erscheint. Wir bleiben entschlossen, dieses wichtige Projekt für Werdohl umzusetzen.“

 

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