Mehr Frauen braucht das Parlament

(Juni 2026)

Mehr Frauen braucht das Parlament (Juni 2026)

Ein strukturelles Manko in der deutschen Demokratie verlangt nach Aufmerksamkeit, findet die bundesweite Initiative #ParitätJetzt: Obwohl Frauen rund die Hälfte der Gesellschaft ausmachen, stellen sie im Deutschen Bundestag nicht mal 33 Prozent der Abgeordneten. Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen (EFHiW) ruft als Teil des Bündnisses zum bundesweiten Aktionstag am 24. Juni 2026 auf.

Der Aktionstag folgt auf eine Reihe konkreter Schritte, die das Bündnis in den vergangenen Monaten unternommen hat: Neben der Übergabe des Manifests für Parität an Bundestagspräsidentin Bärbel Bas hat der Verein Parité in den Parlamenten gemeinsam mit der Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Silke Laskowski eine Wahlprüfbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Sie soll klären, ob das aktuelle Wahlrecht das Recht von Frauen auf Chancengleichheit im Nominierungsverfahren verletzt. „Die Beschwerde ist ein politisches Signal, das weit über den juristischen Rahmen hinausweist", sagt Angelika Waldheuer, Vorsitzende der EFHiW. „Sie zeigt: Der Gleichstellungsauftrag des Grundgesetzes ist kein frommer Wunsch – er ist einklagbar."

Dass gesetzliche Paritätsvorgaben wirken, belegen andere Länder seit Jahrzehnten. So haben beispielsweise in Frankreich und Mexiko verbindliche Regelungen zu annähernd ausgeglichenen Parlamenten geführt. „Es fehlt nicht an Wissen darüber, was möglich ist", stellt Birgit Reiche, Leitende Pfarrerin der EFHiW, fest. „Es fehlt am politischen Willen, es umzusetzen."

Zum Aktionstag am 24. Juni findet in Berlin eine öffentliche Kundgebung vor dem Bundestag statt. Am Nachmittag veranstaltet das Bündnis gemeinsam mit der Bundesstiftung Gleichstellung eine Fachveranstaltung, die per Livestream verfolgt werden kann (14–17 Uhr). Die EFHiW ist Teil der Initiative #ParitätJetzt und lädt ihre Mitglieder und Netzwerkpartnerinnen ein, sich für Parität einzusetzen.

 

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