Blog

Christel Schürmann - Von Salz, Hochzeitsschuhen und drei Sternen

Wuerzig ging es heute morgen los. Im lutherischen Gottesdienst in Maribo predigte Pfarerin Vladimira Mesaric Jazbinsek darueber, dass ChristInnen das Salz der Erde sind. Bitte nicht zu fade, aber auch nicht versalzen. Gut geschmeckt hat uns dieser slowenisch-deutsche Gottesdienst, sowie auch das anschließende Kirchkaffee mit Potica (slowenischer Kuchen - Rezept bringen wir mit :-) draussen bei blauem Himmel und Sonne. Und dann gab es noch einen nachdenlich machenden Einblick in die Geschichte der lutherischen Kirche in Maribo.
Und schon fuhr uns Busfahrer Andrej weiter zum Kartaeuserkloster von Zice, das in einer nahezu maerchenhaft anmutenden Landschaft liegt und Heilige Geistkraft vergangener Generationen spueren laesst. In der Kapellenruine konnten wir weisse Hochzeitsschuhe vor ueberwuchernden Mauern fotografieren; denn geheiratet wird viel und gern in diesem Gemaeuer. Und dann trafen wir Greta und ihren Mann Jure Rotmeier-Klancnik. Voller Begeisterung hat sie uns erzaehlt, wie sie mit viel Elan und Uberzeugungskraft in ihrer katholischen Heimatgemeinde seit 2001 den Weltgebetstag durchgesetzt hat. Fuer uns kaum vorstellbar, was es heisst, die WGT-ordnung erst einmal in slowenisch zu uebersetzen, bevor sie dann andere davon uberzeugt hat, dass der Weltgebetstag keine Sekte ist.
Und wieder hiess es: „sind die Teams komplett?“ Bei der Abfahrt litt der Bus etwas, da der Parkplatz so steil war, aber wir waren guter Dinge, zumal wir uns kaum sattsehen koennen an der Landschaft, durch die wir fahren. Gruen, als waeren ueberall Golfplaetze, Maisfelder, zwischendurch Doerfer mit huebschen Haeusern und Richtung Ljubljana dann Hopfen.
Aber erst mal Celje: die drittgroesste Stadt in Slowenien. Wir fahren zu einem Haus fuer Obdachlose und werden freundlichst empfangen von einigen BewohnerInnen, von der Leiterin Tatjana Ristic und von Alenka Voduncnik. Alenka kann uns alle Fragen zur Situation von Frauen in Slowenien beantworten. Ob Elternzeit fuer Muetter und Vaeter, Lohngerechtigkeit, Frauenquote: In Celje haben unterschiedliche Organisationen, Firmen, Parteien viel fuer Frauen erreicht, weil sie ein grosses gut funktionierenden Netzwerk haben und kooperieren. -
Natuerlich wollten wir auch noch etwas zu dem gastfreundliche Ort wissen, an den wir an einem Sonntag Nachmittag geladen waren. Ein Haus mit 25 Betten fuer obdachlose Frauen und Maenner. Obdachlosigkeit wird als voruebergehende Krise begriffen, aus denen Menschen heraus geholfen wird. In dem Haus wird eine Tagesstruktur gelebt, es gibt Beschaeftigung und Bewerbungstrainings; und die meisten verlassen das Haus nach 3 Jahren.
Voller Eindruecke haben wir dann noch die City von Celje mit beeindruckenden Gebaeuden angesehen, waren aber wohl nicht mehr die besten Zuhoererinnen. Simona, unsere Reisefuehrerin, trug es mit Fassung. Aber immerhin haben wir gelernt, dass es in Celje die einzigen Adeligen in Slowenien gab und es deshalb drei Sterne im Wappen von Slowenien gibt ... und dann war da noch eine unglueckliche Liebesgeschichte, die jedes slowenische Kind kennt.
Was nun noch zu erwaehnen ist? Ein Abendessen in netter Ambiente und Einchecken im Hotel mit dem sonderbaren Namen Birikrat in Ljubljana.