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Birgit Reiche: Von Taschkent nach Samarkand. Der Tag der vielen Verkehrsmittel

Heute erreichten wir Samarkand, den Sehnsuchtsort vieler Orient-Reisender. Doch auch die Anreise war ein Erlebnis: Schon früh verließen wir unser Hotel in Taschkent, um rechtzeitig eine Stunde vor Abfahrt am Bahnhof zu sein. Dort nahmen wir Abschied von unserem Taschkenter Busfahrer und mussten zunächst uns und unser Gepäck durchleuchten lassen und dann erst einmal auf unseren Zug warten. Auf dem Bahnsteig gingen wir dann hinter der Sicherheitsabtrennung zu unserem Wagon. Alle Plätze in diesen Schnellzug sind reserviert. Der freundliche Schaffner fragte uns, ob wir zum Frühstück Tee oder lieber diverse Kaffee-Sorten trinken wollten. Mit Höchstgeschwindigkeit bis zu 215 km/h erreichten wir Samarkand in zweieinviertel Stunden - ein Reisebus braucht für die Strecke auch schon einmal sechs Stunden. Schon um 10:30 Uhr bestiegen wir das dritte Verkehrsmittel des heutigen Tages, einen weiteren Reisebus, sehr komfortabel auch dieses Gefährt. Unser erster Besichtigungspunkt war das Gur Emir Mausoleum, die Begräbnisstätte des Herrschers Amir Timur und einiger seiner Familienmitglieder. Vor der ausführlichen Besichtigung des Registan Platzes und der drei ihn umgebenden Medressen machten wir eine Mittagspause. In der Mittagszeit besichtigten wir die prächtigen Koran-Schulen dann im gleißenden Sonnenlicht. Die Innenhöfe boten aber Schatten und Abkühlung. Unsere Augen konnten sich an den kunstvoll verzierten Wänden nicht satt sehen... Die Hauptmoschee wäre zu Fuß in ca. dreißig Minuten vom Registanplatz aus zu erreichen gewesen. Wie gut, dass hier kleine Elektrobusse zum Einsatz kommen, die uns bequem innerhalb weniger Minuten zur Bibi Khanun Moschee brachten. Sie war eines der größten Bauwerke der islamischen Welt ihrer Zeit und war Jahrhunderte lang eine Ruine. Die Usbekische Regierung ließ inzwischen große Teile des Moschee-Komplexes wieder aufbauen. Erschöpft von den vielfältigen Eindrücken, dem langen Tag und der Hitze erreichten wir am späten Nachmittag unser Hotel für die nächsten drei Nächte. Von hier aus brachen wir nach einer kurzen Rast zu einem frühen Abendessen in ein typisch usbekisches Restaurant auf. Die hoffentlich erholsame Nacht macht uns fit für die Abenteuer des morgigen Tages.