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Birgit Reiche: Samarkand - Dieses Blau!

Nach dem Frühstück brachen wir auf zur ersten Besichtigung des Tages, die Nekropole Schah-i Sinda. Timur, der selbst über 70 Jahre alt wurde und etliche seiner Angehörigen und engen Vertrauten überlebte, ließ an einem alten Heiligtum die Gräberstadt für seine Angehörigen bauen. Die Mausoleen wurden im 14. Jahrhundert gebaut und mit bunter Keramik reich verziert. In der hellen Morgensonne leuchteten die Kuppeln und Fassaden. Die Innenräume waren teils schlicht, teils reich ausgestattet, immer aber beeindruckend in der Architektur der Kuppelbauten. Es war schon anstrengend, den Berg der Mausoleen zu erklimmen und auch der Abstieg war aufgrund der hohen Treppenstufen und der Hitze eine sportliche Leistung. Wasser und die obligatorische Bonbon-Tüte geaben uns die Kraft für die zweite Besichtigung des Vormittags: Das Ulug Beg Observatorium, dessen Überresten ein Museum gewidmet ist. Ulug Bek war ein Enkel des großen Timur und herrschte Anfang des 15. Jahrhunderts über Samarkand. Weltberühmt wurde er jedoch als wissenschaftlicher Astronom. Bis heute erstaunlich ist die Genauigkeit seiner astronomischen Berechnungen. Im Museum wurde uns seine wissenschaftliche Leistung und das Ausmaß seines Ruhmes nahe gebracht. Nach der Mittagspause besuchten wir die Papierfabrik Meros, die eher einem Freilichtmuseum gleicht und in der in traditioneller Handarbeit Papier aus Maulbeerbaumrinde hergestellt wird. Vor dem Abendessen konnten wir uns etwas erholen. Gleich werden wir traditionelles usbekisches Plow essen und im Anschluss die Atmosphere auf dem Registan Platz nach Sonnenuntergang genießen.