Blog

Birgit Reiche: Baumwollfelder, Keramik-Manufaktur und jede Menge freie Zeit

Heute Morgen verließen wir Buchara und fuhren entlang vieler Baumwoll- und Maisfelder. In diesen Tagen beginnt die Baumwollernte und wir sahen auf vielen Feldern schon Pflückerinnen und Pflücker. Die erste Ernte der besten Baumwolle geschieht immer noch manuell.  Unsere Reiseführerin hatte uns erzählt, dass die Arbeit in der Baumwollernte bei den Menschen sehr beliebt sei, weil sie von ihrer normalen Arbeit freigestellt würden, der Lohn weiter gezahlt würde und sie zusätzlich den Akkordlohn aus der Ernte erhielten. Vor einigen Tagen hatten wir einen eskortierten Konvoi von mindestens zwanzig Linienbussen gesehen, der Fabrikarbeiter zur Baumwollernte fuhr. Heute hielten wir an einem Baumwollfeld, um die Pflanzen aus der Nähe fotografieren zu können. Rauschan zeigte uns, wie die Ernte funktioniert und erzählte, dass die Pflanzen in der Sowjetzeit stark Pestizid-belastet gewesen seien, so dass sie bei der Ernte nach Möglichkeit Handschuhe getragen habe. Heute würden die Pflanzen nach der ersten Erne mit Entlaubungsmittel behandelt, weil die zweite Erne maschinell erfolge. Wir fuhren nach Gijduvan und besichtigten eine Handtöpferei, einen Familienbetrieb in 7. Generation. Der Chef selbst erklärte uns die einzelnen Stationen der Keramikherstellung, die Zusammensetzung des Tons, der Farben und Lasur (bei der sie selbst die Pottasche aus einer bestimmten Pflanze selbst herstellen).  Die Führung endete in der  Verkaufsausstellung. Der ganze Betrieb war optimiert für die Führung und den Verkauf an Touristengruppen. Auch in unserer Gruppe fand so manches Stück eine neue Besitzerin.  Von hier aus fuhren wir zur Sommerresidenz des letzten Emirs von Buchara, Sitorai Mohi Khosa. Hierbei handelt es sich um eine Gebäudegruppe, die russische, europäische und orientalische Stilelemente in sich vereinigt. Am frühen Nachmittag erreichten wir wieder Buchara und der ganze restliche Tag stand zur freien Verfügung, das heißt, alle mussten tun, was sie wollten. Was es auch war, sie waren es zufrieden und wir kamen als Gruppe fröhlich zum Abendessen wieder zusammen. Danach hieß es Koffer packen, weil es morgen früh auf lange Busfahrt geht: Über acht Stunden soll die Fahrt durch die Wüste nach Chiva dauern.