Forderungen zur NRW-Wahl zu Prostitution in Südwestfalen und Münsterland

(März 2022)

Forderungen zur NRW-Wahl zu Prostitution in Südwestfalen und Münsterland (März 2022)

„Politikerinnen und Politiker in Nordrhein-Westfalen sind gefordert, sich für eine verbindliche Absicherung und Weiterentwicklung der behördenunabhängigen Beratungsangebote für Prostituierte einzusetzen.“ So beginnen die politischen Forderungen zur Wahl des Landtages NRW, 15. Mai, zum Themenbereich Prostitution der Prostituierten- und Ausstiegsberatungsstelle TAMAR.

Analog zu den allgemeinen Frauenberatungsstellen gilt es eine langfristige, kostendeckende und bedarfsgerechte gemeinsame kommunale und Landesfinanzierung der spezialisierten Prostituierten- und Ausstiegsberatungsstelle zu beschließen, heißt es im Forderungskatalog. Obwohl in der nun endenden Legislaturperiode der Antrag der aktuellen Regierungsparteien CDU und FDP „Nein! Zum Sexkaufverbot des Nordischen Modells – Betroffenen helfen und nicht in die Illegalität abschieben“ im Parlament und mehreren Ausschüssen behandelt worden sei und Gegenstand einer Anhörung war, seien viele Forderungen bis heute nicht umgesetzt.

Die Prostituierten- und Ausstiegsberatungsstelle TAMAR in Trägerschaft der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen sieht gerade auf Landesebene zahlreiche konkrete Handlungsmöglichkeiten: So ist bei der Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes der Schutzgedanke für Prostituierte zu stärken. Die Einrichtung einer spezialisierten Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel für Südwestfalen zu unterstützen, ist eine der elf Forderungen an die Landespolitik.

Zum Forderungskatalog gehören zudem flächendeckende anonyme und kostenlose Untersuchungsangebote der Gesundheitsämter , ein erleichterter Zugang zu Krankenversicherungsschutz, zum Arbeitsmarkt, zu Umschulungs- und anderen Qualifizierungsmaßnahmen sowie zum Sozialleistungssystem, einheitliche Standards in Gesundheits- und Ordnungsämtern sowie in der Besteuerung durch die Finanzämter, verbesserter Datenschutz, Förderung von Anti-Stigmatisierungskampagnen und nicht zuletzt die Sensibilisierung von Behörden im Umgang mit Sexarbeiter*innen.

Der Forderungskatalog wurde an die neuen (und wiedergewählten) Abgeordneten des Landtages aus dem Zuständigkeitsgebiet von TAMAR, dem Raum Südwestfalen und Münsterland, geschickt.

Weitere Informationen

Weitere Informationen unter www.tamar-hilfe.de.

Den Wortlaut der Forderungen unter https://www.frauenhilfe-westfalen.de/news_2022/forderungen-der-beratungsstelle-tamar-zur-nrw-wahl-zu-prostitution-1063.html

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